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                                    24%u201e%u201c Maike Esch, Sie bieten im Herbstsemester zum ersten  Mal eine Unterrichtsreihe zu den UN-Nachhaltigkeits -  zielen bei uns an der VHS Neuss an. Was m%u00fcsste  passieren, damit Sie danach so richtig zufrieden sind? Zufrieden bin ich, wenn die Teilnehmenden mit einem leichteren Gef%u00fchl nach Hause gehen als mit dem, mit dem sie gekommen sind. Nachhaltigkeit wird oft als riesige Last wahrgenommen %u2014 man muss alles richtigmachen, alles auf einmal, und wenn man es nicht tut, ist man Teil des Problems. Diesen Druck m%u00f6chte ich ein St%u00fcck weit nehmen. Wenn jede Person am Ende des Kurses eine einzige konkrete Sache im Kopf hat, die sie ohne gro%u00dfen Aufwand in ihren Alltag integrieren kann, dann ist das f%u00fcr mich ein voller Erfolg. Nicht weil eine Sache die Welt rettet %u2014 sondern weil sie der erste Schritt ist. Und wer einmal ins Tun gekommen ist, bleibt meistens dabei. K%u00f6nnen Sie ein konkretes Beispiel f%u00fcr ein Nachhaltigkeits-  ziel nennen, dass sich praktisch im Alltag umsetzen l%u00e4sst? SDG 12 %u2014 nachhaltiger Konsum und Produktion %u2014 klingt erstmal nach gro%u00dfer Politik, ist aber das Ziel, das sich am direktesten im Alltag widerspiegelt. Es f%u00e4ngt bei ganz kleinen Dingen an: die eigene Tasche zum Einkaufen mitnehmen, Einwegprodukte durch wiederverwendbare ersetzen, Leitungswasser trinken, statt Plastikfl aschen zu schleppen. Oder einfach den Mehrfachstecker ausschalten, wenn man das Haus verl%u00e4sst %u2014 Fernseher, Spielkonsole, alles was sonst im Stand-by l%u00e4uft.Was ich besonders wichtig fi nde: Diese Ziele h%u00e4ngen zusammen. Weniger Plastik im Einkaufskorb bedeutet weniger Plastik in den Meeren %u2014 das ist gleichzeitig SDG 14. Man tut also nie nur eine Sache, auch wenn es sich so anf%u00fchlt. Und ja, nat%u00fcrlich kauft jemand anderes das Plastik weiter. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, mit gutem Beispiel voranzugehen %u2014 auch wenn%u2018s nur eine Kleinigkeit ist. Selbst wenn wir es eigentlich besser wissen, handeln wir  oft nicht entsprechend. Woran liegt das eigentlich? Meistens steckt dahinter ein Ohnmachtsgef%u00fchl. Man steht vor einem riesigen Berg von Problemen, wei%u00df nicht, wo man anfangen soll %u2014 und weil es so anstrengend wirkt, fi ndet man schnell Gr%u00fcnde, gar nicht erst anzufangen. Aber hier ist der Gedanke, der mich pers%u00f6nlich am meisten bewegt: Wenn eine Milliarde Menschen vor genau dieser Frage steht und aus Ohnmacht heraus nicht handelt, dann handelt eine Milliarde Menschen nicht. Wenn aber jeder von ihnen nur eine einzige kleine Sache tut %u2014 die eigene Tasche mitnehmen, den Stecker ziehen %u2014 dann wird milliardenfach gehandelt. Pl%u00f6tzlich ist man nicht mehr allein.Ich glaube, genau das ist die entscheidende H%u00fcrde: zu verstehen, dass man nicht die einzige Person ist, die sich diese Fragen stellt. Da drau%u00dfen sind unz%u00e4hlige Menschen mit denselben W%u00fcnschen und denselben Zweifeln. Das zu wissen, macht den ersten Schritt leichter.Nachhaltig lebenDie Nachhaltigkeitsziele und der innere SchweinehundMehr Fahrrad fahren, weniger Plastik benutzen oder kochen mit regionalen Zutaten %u2013 viele Dinge, die wir f%u00fcr unseren Heimatplaneten tun k%u00f6nnen, helfen auch ganz konkret unserer eigenen Gesundheit. Irgendwie leuchtet das ein. Gleichzeitig ist der Tag wieder stressig, und das Auto, der Lieferdienst oder der Schokopudding im Plastikbecher liegen so nah%u2026Im Interview hat Fachbereichsleitung Jessica Perl mit Kursleitung Maike Esch dar%u00fcber gesprochen, was die Nachhaltigkeitsziele, auf Englisch %u201eSustainable Development Goals%u201c (SDGs), der Vereinten Nationen eigentlich mit unserem Alltag zu tun haben %u2013 und wie wir den inneren Schweinehund an Bord holen k%u00f6nnen.Foto: PexelsVHS-Magazin_Neuss_26_2_Quartal_260623.indd 24 23.06.26 15:31
                                
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