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                                    50Wirtschaft, Recht und VerbrauchsfragenAngela* hat ein hartes Jahr hinter sich. Zuerst starb ihr Mitbewohner Mark* an Krebs. Dann musste ihre Mutter ins Pfl egeheim und starb dort kurz darauf ebenfalls. %u201eZum Trauern kommst du gar nicht%u201c, sagt sie, %u201edu bist nur damit besch%u00e4ftigt, alles zu regeln.%u201c Ihre Mutter hinterlie%u00df der einzigen Tochter einen Berg an Chaos. %u201eSie hat sich um nichts gek%u00fcmmert und wollte vom Thema nichts h%u00f6ren%u201c, erinnert sich Angela.Anders bei Mark: Angelas guter Freund, bei dem sie seit einigen Jahren zur Untermiete wohnte, hatte es zumindest versucht. Im Testament hatte er ein Bleiberecht f%u00fcr seine Mitbewohnerin verf%u00fcgt. Erst nach Marks Tod wurde klar: Das Testament war rechtlich nicht haltbar. Angela lieferte sich einen langen Rechtsstreit mit seinen Erben, bis klar war, dass sie doch im Haus bleiben konnte. Wie Angela geht es vielen Angeh%u00f6rigen von Menschen, die versterben %u2013 oder die von einem auf den anderen Tag zwar nicht aus dem Leben, aber aus der Entscheidungsf%u00e4higkeit gerissen werden. Besonders junge Menschen sind unvorbereitetEigentlich wollten Sie l%u00e4ngst Ihr Testament geschrieben haben? Aber das Thema ist Ihnen einfach zu unangenehm? Dann geht es Ihnen wie etwa zwei Drittel der deutschen Bev%u00f6lkerung. Dabei ist Vorsorge f%u00fcr den Ernstfall in erster Linie ein Akt der Liebe %u2013 sich selbst und den Angeh%u00f6rigen gegen%u00fcber. Komm, wir reden %u00fcber den Tod! Der Trend geht in die falsche Richtung: Immer weniger Menschen in Deutschland setzen sich mit dem eigenen Nachlass auseinander, so die Studie %u201eErben und Vererben 2024%u201c der Deutschen Bank und des Instituts f%u00fcr Demoskopie Allensbach. Besonders junge Familien sind unvorbereitet: Nur 11 Prozent der unter 50-J%u00e4hrigen haben ein Testament, bei den %u00fcber 65-J%u00e4hrigen sind es immerhin 50 Prozent.Doch nicht nur das Testament wird vernachl%u00e4ssigt. Patientenverf%u00fcgung und Vorsorgevollmacht, die im Ernstfall entscheidend sind, besitzen ebenfalls nur wenige %u2013 vor allem in der j%u00fcngeren Generation. Lediglich 2% der unter 50-J%u00e4hrigen haben alle drei Dokumente, also Testament, Patientenverf%u00fcgung und Vorsorgevollmacht. Auch das digitale Erbe bleibt oft unber%u00fccksichtigt: Zwei Drittel der Deutschen haben noch nie %u00fcber den Verbleib von E-Mails, Social-Media-Konten oder Cloud-Daten nachgedacht.Dabei w%u00fcnschen sich 41% mehr Offenheit. Doch die Realit%u00e4t sieht anders aus: Nur 32% der Erben berichten von offenen Gespr%u00e4chen im Vorfeld. Oft braucht es laut der Studie erst einen Schicksalsschlag, um das Thema anzugehen.*Namen redaktionell ge%u00e4ndert%u201eIm Notfall z%u00e4hlt nicht, was geplant war, sondern was geregelt ist. Ein Notfall betrifft nicht nur %u00e4ltere Menschen, sondern kann jeden jederzeit treffen. Ob Krankheit, Unfall oder ein pl%u00f6tzlicher Ausfall, oft fehlen genau dann die Informationen, Unterlagen und Vollmachten, die l%u00e4ngst gekl%u00e4rt sein sollten. Ein Notfallordner b%u00fcndelt alles an einem Ort und schafft Klarheit und Orientierung. Vorsorge bedeutet Entlastung f%u00fcr die Menschen, die sich pl%u00f6tzlich mit meinen Angelegenheiten auseinandersetzen m%u00fcssen. Sie schafft Struktur und gibt Halt, wenn Unsicherheit und Emotionen den Alltag bestimmen.%u201cVHS-Dozentin und selbstst%u00e4ndige Versicherungsmaklerin Kerstin Sch%u00fctzeVHS-Magazin_Neuss_26_2_Quartal_260623.indd 50 23.06.26 15:32
                                
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