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Deutsch als Fremdsprache
Brot ist in aller Munde
Wenn das Wort „Brot“ in den Mund genommen wird, dann erklingt damit auch die althochdeutsche Wurzel
dieses Wortes „prot“ (schreibt sich wie die Bäckerei im Belgischen Viertel in Köln) und die urgermanische
Wort-Herkunft „brauda“. Brot, traditionell hergestellt aus einem Teig aus gemahlenem Getreide (Mehl),
Wasser, einem Triebmittel und oft weiteren Zutaten, gilt in vielen Ländern als Grundnahrungsmittel.
Brot erzählt Geschichte –
„Immaterielles Kulturgut“
Deutschland gilt international als das Land, in dem die
meisten Brotsorten gebacken werden. Dies liegt zum einen
an der Vielfalt des angebauten Getreides, denn traditionell
werden nicht nur Weizen, sondern auch Roggen und Dinkel
angebaut.
Zum anderen spiegelt die große Vielfalt der Brotsorten auch
die politischen Verhältnisse wider: In Deutschland gab es im
Gegensatz zu europäischen Nachbarstaaten wie Frankreich
lange keine staatliche Zentralgewalt, sondern „Kleinstaate-
rei“. So konnten sich in den einzelnen Ländern Deutschlands
unterschiedliche Backkulturen entwickeln und festigen.
Älteste Bäckerei Salzburgs, Foto: Commons Wikimedia, Isiwal
Von geschätzten 3.200 deutschen Brotsorten sind 2.944
in einem Register hinterlegt (Stand: 01.06.2022). Der
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks führt
dieses Online-Register, um das Gütesiegel „Immaterielles
Kulturerbe“ zu erhalten, das der deutschen Brotvielfalt
2014 vergeben wurde.
Foto: Adobe Stock Der Ausbildungsgang zur deutschen Bäckermeister*in ist
ein „Alleinstellungsmerkmal“ und kennzeichnet die Quali-
Brot essen ist keine Kunst, fikation und Kreativität der Träger*innen der deutschen
Brotkultur. Diese werden auch im KI-Zeitalter nicht ersetz-
aber Brot backen. Deutsches Sprichwort bar sein.
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