Als Neuss noch Novaesium hieß und ein Brennpunkt der Weltpolitik war
Wer heute durch Neuss geht, spaziert über den Boden einer mehr als 2.000-jährigen Geschichte. Als die Stadt noch Novaesium hieß, standen hier Legionäre Wache, Händler brachten Waren aus allen Teilen des Römischen Reiches, germanische Krieger lauerten jenseits des Rheins, und die Menschen machten sich Gedanken über Götter, Geister und das Leben nach dem Tod. Kurz gesagt: Langweilig war es am Niederrhein noch nie.
Diese Vortragsreihe nimmt Sie mit auf eine spannende Reise in eine Zeit, als der Rhein nicht nur Erholungsgebiet, sondern Weltgrenze war. Anschaulich, fundiert und mit einer guten Portion Humor werden archäologische Entdeckungen, historische Hintergründe und überraschende Geschichten aus dem Alltag von Römern und Germanen lebendig. Dabei begegnen wir Kaisern und Legionären, Händlern und Handwerkern, Priestern und einfachen Familien. Und wir stellen fest: Manches hat sich seit der Antike erstaunlich wenig verändert.
Warum verpflichteten sich junge Männer für 25 Jahre Militärdienst? Wie sah ein römisches Krankenhaus aus? Wer erfand eigentlich die „Germanen“? Woran glaubten die Menschen am Niederrhein, bevor das Christentum seinen Siegeszug antrat? Und weshalb wären viele technische Errungenschaften der Römer selbst heute noch beeindruckend?
Freuen Sie sich auf vier abwechslungsreiche Vorträge voller Fakten, Funde, kurioser Geschichten und überraschender Einblicke in die Welt vor unserer Haustür.
1. Leben und Dienen in der römischen Armee
Zwischen Drill, Sold, Karriere und Grenzschutz: Wie lebten die Legionäre am Rhein, und warum war der Niederrhein einer der wichtigsten Brennpunkte des Imperiums?
Die römische Armee war weit mehr als eine Kampfmaschine. Sie war Arbeitgeber, Karriereleiter, Ausbildungsstätte und Integrationsmotor zugleich. Der Vortrag führt in die Welt der Legionäre, Hilfstruppen und Offiziere und zeigt, wie der Alltag an der Nordgrenze des Reiches tatsächlich aussah. Wer verpflichtete sich für 25 Jahre Dienst? Woher kamen die Soldaten? Was verdienten sie, wie wurden sie medizinisch versorgt und welche Aufstiegschancen hatten sie? Dabei wird deutlich, warum der Rhein für die römischen Kaiser von strategischer Bedeutung war und welche Rolle Novaesium, das heutige Neuss, in diesem gewaltigen Grenzsystem spielte. Natürlich darf auch die Frage nicht fehlen, was die berühmte Varusschlacht mit dem Niederrhein zu tun hat.
2. Leben und Tod – Jenseitsvorstellungen und Bestattungsriten
Von Hausgeistern über Mithras bis zum Christentum: Eine faszinierende Reise durch die Glaubenswelten der Antike und ihre Vorstellungen vom Leben nach dem Tod.
Was geschieht nach dem Tod? Diese Frage beschäftigte die Menschen vor 2.000 Jahren ebenso sehr wie heute. Der Vortrag nimmt die Zuhörer mit in die religiöse Gedankenwelt der Römer und ihrer Nachbarn. Hausgötter wachten über Familie und Heim, geheimnisvolle Mysterienkulte versprachen Erlösung, und mit dem Christentum entstand eine Religion, die die antike Welt grundlegend verändern sollte. Anhand archäologischer Funde, Grabstätten und Weihesteine wird gezeigt, wie die Menschen glaubten, beteten und ihre Verstorbenen bestatteten. Dabei eröffnet sich ein spannender Blick auf eine Zeit, in der Religion, Politik und Alltag untrennbar miteinander verbunden waren.
3. Die Welt der Germanen
Waren die Germanen wirklich die wilden Barbaren aus Asterix-Filmen? Ein Blick auf eine vielfältige Welt aus Stammesverbänden, Handelspartnern, Verbündeten und Gegnern Roms.
Die „Germanen“ begegnen uns oft als furchtlose Krieger mit langen Bärten und noch längeren Schwertern. Doch wer waren sie wirklich? Der Vortrag räumt mit alten Klischees auf und zeigt eine überraschend vielfältige Welt unterschiedlicher Stämme und Lebensweisen. Es geht um Handel und Diplomatie, um Bündnisse und Konflikte, aber auch um den Alltag der Menschen zwischen Rhein und Elbe. Warum sprach Rom überhaupt von „Germanen“? Welche Beziehungen bestanden zu den Römern am Niederrhein? Und weshalb waren manche Stämme gefürchtete Gegner, andere dagegen wichtige Verbündete? Die Zuhörer lernen eine Nachbarschaft kennen, die weit komplexer war als die bekannte Geschichte von Römern gegen Germanen.
4. Technik, Kultur und Lebensweise der Römer am Niederrhein
Von Fußbodenheizungen über Ziegelindustrie bis hin zu Mode, Kosmetik und Luxusgütern: Erstaunlich modern und manchmal verblüffend nah an unserem heutigen Alltag.
Wer sich die Antike als einfache Welt aus Schwertern, Togen und Lehmhütten vorstellt, wird überrascht sein. Die Römer brachten technische Innovationen, ausgeklügelte Handwerkskunst und neue Formen des Zusammenlebens an den Niederrhein. Der Vortrag zeigt, wie Menschen vor knapp 2.000 Jahren wohnten, arbeiteten, einkauften und ihren Wohlstand zur Schau stellten. Fußbodenheizungen sorgten für warme Räume, Ziegelwerke produzierten Baumaterial in großen Mengen, und über ein weitverzweigtes Handelsnetz gelangten Waren aus allen Ecken des Reiches bis an den Rhein. Zugleich geht es um Mode, Schmuck, Kosmetik und den alltäglichen Wunsch, Eindruck bei den Nachbarn zu machen – eine Eigenschaft, die offenbar keineswegs eine Erfindung der Gegenwart ist. Die Zuhörer erfahren, wie hoch entwickelt die römische Kultur tatsächlich war und warum vieles von diesem Wissen nach dem Ende der römischen Herrschaft am Niederrhein wieder verloren ging.
Dr. Udo Hentrich ist Vorsitzender des Geschichtsvereins Dormagen e.V.
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40 Plätze frei |
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| Kursnummer | 271C4204K |
| Beginn | Sa., 24.04.2027, um 11:00 Uhr |
| Ende | Sa., 17.07.2027, 12:30 Uhr |
| Dauer | 4 Termine |
| Kursort |
E.26 Brückstr. 1, 41460 Neuss Google-Maps-Karte (Barrierefrei zugänglich) E.27 Brückstr. 1, 41460 Neuss Google-Maps-Karte (Barrierefrei zugänglich) |
| Kursleitung |
Dr. Udo Hentrich
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| Kursentgelt | 26,88 € (ermäßigbar) |
Kurstermine 4
| Nummer | Datum | Ort |
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| 1 | Samstag • 24.04.2027 • 11:00 - 12:30 Uhr | E.27 |
| 2 | Samstag • 22.05.2027 • 11:00 - 12:30 Uhr | E.26 |
| 3 | Samstag • 12.06.2027 • 11:00 - 12:30 Uhr | E.27 |
| 4 | Samstag • 17.07.2027 • 11:00 - 12:30 Uhr | E.27 |